Kirchlicher Aktionstag, 3.7.2021, für eine atomwaffenfreie Welt, mit Bischof Peter Kohlgraf und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst


Informationen für die Presse | Kontakt: Ulrich Suppus, Hauptstr 32, 56290 Buch/Hunsrück, Telefon 06762/4489 | Dr. Dirk-M. Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, Telefon 0721/685289 | 3. Juli 2021 | Autor: Dieter Junker |  Kirchlicher Aktionstag in Büchel: „Zeichen sehen und ein Zeichen setzen“ Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen haben in Büchel beim Kirchlichen Aktionstag nachdrücklich vor den Gefahren gewarnt, die von Atomwaffen ausgehen und darum deren Ächtung gefordert. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, die den ökumenischen Gottesdienst vor dem Haupttor des Fliegerhorstes feierten, warben dabei eindringlich für Schritte zu einem gerechten Frieden ohne die Androhung eines Einsatzes mit Atomwaffen. „Heute stehen wir hier, und ich lade ein, unsere Gebete, unsere Heilige Schrift und das Symbol des Kreuzes ernst zu nehmen. Wir dürfen nicht anders glauben, als dass wir Menschen des Friedens werden und so unseren Beitrag leisten“, betonte Bischof Kohlgraf, der auch Präsident von pax christi Deutschland ist. Er verwies darauf, dass Papst Franziskus betonte habe, dass es keine ethisch vertretbare Rechtfertigung eines atomaren Verteidigungsschlages geben könne. „Die Waffen hier in Büchel werden, sollten sie Einsatz finden, Menschen zerstören. Sie werden mehr Schaden anrichten als dass sie auch nur irgendeinen Nutzen bringen würden. Sie werden Kindern und Jugendlichen die Zukunft zerstören, die selbst keinen Anteil am Konflikt haben“, mahnte der Mainzer Bischof in seiner Predigt. Natürlich würden alle hoffen, dass sie nie zum Einsatz kämen. „Aber ihre Präsenz hat nur dann einen Sinn, wenn ein Einsatz grundsätzlich nicht ausgeschlossen wird“, so Peter Kohlgraf. „Darum sind wir hier in Büchel. Um die Zeichen zu sehen und ein Zeichen zu setzen. Dass uns der Frieden etwas bedeutet. Weil er Gott etwas bedeutet“, betonte Dorothee Wüst, die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz. Noch immer würden hier Atomwaffen lagern, die Hiroshima und Nagasaki in den Schatten stellen würden. „Noch immer wird hier so deutlich, dass in viel zu vielen Köpfen nukleare Abschreckung probates Mittel der Politik ist. Noch immer begreift man hier, dass Frieden auf dem Spiel steht. Immer wieder und jeden Tag von Neuem“, so die evangelische Theologin. Und weiter: „Mag sein, dass diese Atomsprengköpfe nie zum Einsatz kommen. Sie könnten es.“ Dies sei ein Schlag ins Gesicht all derer, denen Frieden etwas bedeute, betonte Dorothee Wüst. Vielleicht werde den Kirchen hier Naivität und Dummheit vorgeworfen. „Wir sind jedoch in guter Gesellschaft“, meinte dazu Bischof Kohlgraf und verwies auf Jesus Christus mit seiner Botschaft der Gewaltfreiheit und Feindesliebe. „Da werden manche zugehört haben, die nur noch den Kopf schüttelten“, so Peter Kohlgraf. Auch Jesus habe bei der Bergpredigt damit Informationen für die Presse Kontakt: Ulrich Suppus, Hauptstr 32, 56290 Buch/Hunsrück, Telefon 06762/4489 Dr. Dirk-M. Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, Telefon 0721/685289 rechnen müssen, belächelt zu werden. Noch am Kreuz habe sich Jesus den Spott anhören müssen. „Es gehört offenbar zum ganz frühen christlichen Bekenntnis, das Kreuz ins Zentrum zu stellen, in dem sich Gott in Jesus Christus wirklich in die Geschichte der Menschen und wehrlos und gewaltfrei in die Zerstrittenheit hineinbegeben hat“, betonte der Bischof. Und darum dürfe die Kirche auch die christliche Botschaft nicht verschweigen: „Kriegstreiber finden keine Sympathie in den Augen Gottes, wohl aber diejenigen, die Frieden stiften und sich für Gerechtigkeit einsetzen“, unterstrich der katholische Theologe. Jeder Mensch habe die Berufung, Frieden zu stiften, aktiv für den Frieden zu arbeiten. Das sei keine Utopie, so der Bischof. Von deutschem Boden solle kein Krieg mehr ausgehen, würde immer betont „Die Anwesenheit von Atomsprengköpfen in unserem Land nimmt diesem Versprechen viel von seiner Glaubwürdigkeit“, mahnte Kirchenpräsidentin Wüst. Darum müssten die Kirchen ihre Stimmen laut und deutlich in den politischen Diskurs einbringen, forderte sie. „Sicherheit besteht für mich darin, in Verantwortung und der Besonnenheit des Glaubens alles dafür zu tun, dass auch unsere Kinder eine Welt vorfinden, in der sich ohne Angst leben lässt. Und der erste Schritt ist das Ende von Waffen, die im Handstreich dieser Welt den Garaus machen können“, so Dorothee Wüst. Deswegen seien Christinnen und Christen auch hier in Büchel, fügte die Kirchenpräsidentin hinzu. „Wir sind hier, weil hier im Verborgenen der atomare Tod droht“, mahnte auch Ulrich Suppus von der Hunsrücker Friedensbewegung, einer der Organisatoren des Aktionstages. Hier in Büchel werde die atomare Zerstörung geübt. „Wir stehen ein für eine Welt in Gerechtigkeit und Frieden“, so der Friedensaktivist. Der Kirchliche Aktionstag, zu dem seit 2018 eine Projektgruppe von evangelischen Christinnen und Christen aus sieben Landeskirchen sowie der katholischen Friedensbewegung pax christi aufrufen, wurde in diesem Jahr aufgrund der Pandemie in Büchel nur vor einer überschaubaren Besucherzahl von rund 80 Personen gefeiert. Gleichzeitig wurde der Gottesdienst aber auch live gestreamt, ebenso gab es schon vorab Videobeiträge von Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft, Friedensorganisationen und Friedensgruppen, in denen für eine atomwaffenfreie Welt geworben wurde. Zu sehen sind dabei auch die Beiträge von Musikgruppen, die eigentlich beim Aktionstag auftreten sollten, aufgrund der Pandemie aber nicht nach Büchel kommen konnten. Infos im Internet unter: www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

 


Wir, die Projektgruppe Kirchen gegen Atomwaffen - Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung pax christi Deutschland und die Evang. Akademie im Rheinland laden zum 4. kirchlichen Aktionstage gegen Atomwaffen ein.
Für eine atomwaffenfreie Welt  - es ist 100 Sekunden vor 12 Uhr!
Wir beklagen, dass die atomare Rüstung in der Welt weiter ausgebaut wird.
Wir nehmen wahr, dass auf dem Fliegerhorst in Büchel die letzten Atomwaffen in Deutschland lagern, die jetzt modernisiert werden sollen. Auch bedarf es hierfür neuer Kampfjets für circa 5 Milliarden Euro.
Wir bekennen, dass die Drohung mit atomaren Massenvernichtungswaffen nicht als Mittel legitimer Selbstverteidigung angesehen werden kann.
Im Vertrauen auf Gottes Frieden wollen wir uns nicht länger von solchen Waffen umgeben, bedrohen und gefährden lassen.
Wir fordern, dass:
1. alle Atomwaffen aus Deutschland und Europa und weltweit abgeschafft werden,
2. die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet und das Atomwaffenverbot im Grundgesetz verankert wird
3. die Bundesregierung die Außen- und Sicherheitspolitik zivil orientiert.
Angesichts der Corona Pandemie ist es nicht möglich den Aktionstag in Gänze vor Ort durchzuführen. Es wird einen ökumenischen Gottesdienst vor dem Fliegerhorst mit bis zu 100 TeilnehmerInnen aus der Region geben, der auch gestreamt wird und kurze Filme mit Informationen, Kultur und Musik zur Atomwaffenproblematik.
Der Gottesdienst: Beginnen werden wir mit einer Schweigeminute um 11:58 Uhr anlässlich der Tatsache, dass die Doomsday Clock, mit der vor einer atomaren Katastrophe gewarnt wird, auf 100 Sekunden vor Zwölf steht. (Anreise bitte bis 11:30 Uhr)
Am Gottesdienst wirken mit die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz Pfarrerin Dorothee Wüst, Bischof Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz und Präsident von pax christi Deutschland (Predigt), Ulrich Suppus, Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e. V. Hunsrück, Diakon Horst-Peter Rauguth, Geistlicher Beirat pax christi Deutschland.
Um am Gottesdienst in Büchel teilzunehmen ist eine Anmeldung (mit Adresse, E-Mail und Telefonnummer) bis zum 21.6.21 nötig. Zum einen damit nicht mehr als 100 Personen (derzeitige Obergrenze für die Teilnahme an Gottesdiensten in Rheinland-Pfalz) vor Ort zu haben und um nach den Corona-Nachverfolgungs-Vorschriften eine Liste zu führen und 4 Wochen aufzubewahren.
Anmeldungen an Horst-Peter Rauguth: hp.rauguth@paxchristi.de, Kalkofenstraße 46a, 66125 Saarbrücken. Damit aber auch außerhalb der Eifel dieser Gottesdienst verfolgt werden kann, ist ein Livestream vorgesehen. Zudem soll der Gottesdienst anschließend ebenso wie die eigentlich für den Aktionstag in Büchel vorgesehenen Kultur- und Redebeiträge in drei  kurzen Videos im Netz zu sehen sein. Zugänge sind über einen Link auf unsere Internetseite www.kirchengegenatomwaffen.wordpress.com möglich.

Die Filme: In den drei kurzen Videos sind Beiträge aus Wissenschaft, Kultur, Friedensbewegung und Theologie enthalten:
(I) Dr. Eberhard Müller, Biologe: Öko-Problem Atomwaffen – Prof. Dr. Karl-Hans Bläsius, Informatiker: Atomkriegs aus Versehen – Johannes David Oehler, ICAN: Kein Geld machen mit Atomwaffen
(II) Kees Nieuwerth: niederländisches Engagement – Petra Ng’uni: Gedanken einer Lyrikerin – Lebenslaute: Klassische Musik am Nato-Draht
(III) Prof. Dr. Thomas Nauerth, Theologe: Eine biblische Geschichte zu Atomwaffen – Pfarrerin Christine Busch: Kritik an der EKD-Position zu Atomwaffen – Pfarrerin Karen Hinrichs, Direktorin des Freiburger Friedensinstituts: Politik im Geist des Friedens, Theodor Ziegler, Liedermacher: Büchel in der Eifel, an sich ein schöner Ort.
Spenden zur Finanzierung des Aktionstages erbitten wir auf das Konto IBAN: DE95 5606 1472 0001 0135 91 - BIC: GENODED1KHK Volksbank Hunsrück-Nahe EG.
Die Projektgruppe "Kirchen gegen Atomwaffen" setzt sich zusammen aus kirchlichen Friedensgruppen und Arbeitsstellen in den Landeskirchen in Baden (Stefan Maaß, Dr. Dirk-M. Harmsen, Dr. Theodor Ziegler), Bayern (Herbert Lang, Richard Strodel), Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck (Sabine Müller-Langsdorf), Pfalz (Detlev Besier), Rheinland (Ulrich Frey, Dieter Junker, Ulrich Suppus), Westfalen (N.N.), Württemberg (Joachim Schilling, Dr. Eberhard Müller), Bundesverband der katholischen Friedensbewegung pax christi (Horst-Peter Rauguth). Rechtlicher Träger: Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e. V. | Kontakt: Ulrich Suppus, ulrich@suppus.de



Virtueller kirchlicher Aktionstag 6.6.2020, 11.58 Uhr [Der Aktionstag findet 2020 "nur" im Internet statt, siehe EPD-Pressemeldung]

Ökumenischer Aktionstag, 6.6.2020, gegen die in Büchel stationierten Atomwaffen


- - - A B G E S A G T - - -

Kommt zum 3. kirchlicher Aktionstag am Fliegerhorst Büchel/Eifel am Samstag, 6. Juni 2020, Diesmal mit Präses [d.h. Bischöfin] Annette Kurschus! Wir, Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung pax christi laden auch in diesem Jahr ein, nach Büchel in die Eifel zu kommen. Dort lagern US-amerikanische Atom- bomben, die im Kriegsfall von deutschen Flugzeugen und deutschen Piloten zu ihren Zielen geflogen werden. Nun sollen sowohl die Bomben wie auch die Flugzeuge modernisiert werden. Dies wie auch die Aufkündigung des INF-Vertrages machen ihren Einsatz wahrscheinlicher. Es droht ein millionenfacher Tod wie in Hiroshima und Nagasaki.

Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen wie auch die Drohung damit abzulehnen. Wir fühlen uns dabei einig mit der katholischen und der evangelischen Kirche.

So hat die Deutsche Kommission Justitia et Pax der Deutschen Bischofskonferenz im vergangenen Sommer erklärt, dass das Konzept der atomaren Abschreckung ethisch nicht länger verantwortet werden kann und Atomwaffen völkerrechtlich geächtet werden müssen. „Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen ist … uneingeschränkt verwerflich“, auch der Besitz von Atomwaffen sei ethisch nicht mehr zu rechtfertigen, heißt es in der Erklärung. Auch die Drohung eines Einsatzes mit Atomwaffen lasse sich moralisch nicht rechtfertigen, so die Kommission.

Wir erinnern an den Beschluss „Bekennen in der Friedensfrage“ des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR (Bundessynode Görlítz 1987): "Wir sagen Geist, Logik und Praxis der Atomwaffen ab. Weil wir Gott als den Herrn bekennen, sind wir alle herausgefordert, durch deutliche Schritte zu zeigen, dass Einsatz, Besitz und Produktion von Massenvernichtungsmitteln unserem Glauben widersprechen.“

Die im November 2019 von der EKD-Synode in Dresden verabschiedete Friedenskundgebung betont, dass poli-tisches Ziel eine Welt ohne Atomwaffen bleibe und der Atomwaffenverbotsvertrags überfällig sei. Auch unterstreicht die EKD in dieser Kundgebung, dass die Tatsache, dass auch vom deutschen Boden in Büchel eine atomare Bedrohung ausgehe, die Kirche nicht ruhig lassen könne.

Wir laden daher alle Menschen ein, die für den Abzug der Atombomben und das von den Vereinten Nationen am 7. Juli 2017 beschlossene Verbot von Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst Büchel öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik zu fordern.

Ab 11 Uhr gibt es bei diesem Aktionstag ein Kulturprogramm mit Musik und kurzen Ansprachen, um 12 Uhr feiern wir einen ökumenischen Gottesdienst. Die Predigt im Gottesdienst hält die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen, Annette Kurschus. Das nachmittägliche Kulturprogramm endet mit einer symbolischen Aktion gegen 15.30 Uhr.

Weitere Informationen zum Programm und zu den verschiedenen Busanfahrten:
www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

Spenden zur Vorbereitung und Durchführung des Aktionstages 6.6.20 erbitten wir auf das Konto des Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V., Kirchberg - IBAN: DE95 5606 1472 0001 0135 91    BIC: GENODED1KHK     Volksbank Hunsrück-Nahe e.G.

V.i.S.d.P.: Dr. Dirk-M. Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, Forum Friedensethik in der Evang. Landeskirche in Baden, Ulrich Suppus, Hauptstr. 32, 56290 Buch, Friedensinitiative Rhein-Hunsrück


Wenn Sie dieses Foto anklicken, erscheinen viele Fotos vom Gottesdienst am Atomwaffenstützpunkt (7.7.2019)
Wenn Sie dieses Foto anklicken, erscheinen viele Fotos vom Gottesdienst am Atomwaffenstützpunkt (7.7.2019)

7.7.2019, kirchlicher Aktionstag mit Gottesdienst, Predigt: M. Käßmann

20190707_swr_kaessmann_buechel_b
20190707_swr_kaessmann_buechel_a
Download
Predigt Margot Käßmann Büchel Atomwaffen
7.7.2019_Predigt_Margot_Kaessmann.pdf
Adobe Acrobat Dokument 121.8 KB
Download
Rede Roland Blach Atomwaffen
7.7.2019_Rede_Roland_Blach.pdf
Adobe Acrobat Dokument 96.7 KB

Sonntag, 7.7.2019, wieder kirchlicher Aktionstag mit Gottesdienst für das UN-Atomwaffenverbot. Mit Margot Käßmann. Am Vorabend, also am 6.7.2018, evtl. Musikprogramm und Übernachtungs-Camp. Fotos von 2018 siehe unten!

Download
Aufruf Flyer für den kirchlichen Aktionstag in Büchel am 7.7.2019
20190707_aufruf.pdf
Adobe Acrobat Dokument 520.7 KB


12. Februar 2019. Informationen für die Presse. Projektgruppe erwartet klares Wort der EKD zur Ächtung von Atomwaffen! Die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“, der Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen sowie der katholischen Friedensbewegung Pax Christi angehören, hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) aufgefordert, sich deutlich für ein Verbot von Atomwaffen und deren Ächtung auszusprechen. „Angesichts eines drohenden nuklearen Rüstungswettlaufs nach der Aufkündigung des INF-Vertrages, aber auch der Ankündigung der Atommächte, ihre Waffenarsenale modernisieren zu wollen, ist hier ein klares Wort der evangelischen Kirche dringend nötig“, so die Projektgruppe bei ihrer Sitzung in Frankfurt. Eine gute Gelegenheit dafür bietet nach Ansicht der Projektgruppe die kommende EKD-Synode in Dresden, bei der Friedensthemen im Mittelpunkt der Beratungen stehen sollen. „Viele Landeskirchen haben sich bereits für ein Atomwaffenverbot, für die Aufnahme eines Atomwaffenverbots in das Grundgesetz und einen Abzug der Nuklearwaffen aus Deutschland ausgesprochen. Jetzt ist die EKD am Zuge“, so die Projektgruppe. Die Projektgruppe ruft, wie schon im vergangenen Jahr, am 7. Juli, dem Jahrestag der Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrages durch 122 Staaten, erneut zu einem Aktionstag am letzten deutschen Atomwaffenstützpunkt in Büchel in der Eifel auf. Dabei wird die frühere EKD-Ratsvorsitzende und ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in der Andacht am Haupttor des dortigen Fliegerhorstes die Predigt halten. Am 7. Juli 2018 hatten mehr als 500 Christinnen und Christen bei einem Kirchlichen Aktionstag in Büchel ein deutliches Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt gegeben. Damals hatte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms (Bremen) die Bundesregierung nachdrücklich dazu aufgefordert, sich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag abzuschließen und alles dafür zu tun, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden. Die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hatte sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören derzeit Christinnen und Christen aus den Evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, dem Rheinland und Württemberg an, ebenso nehmen Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi an den Treffen teil. Kontakt: Ulrich Suppus, Hauptstr 32, 56290 Buch/Hunsrück, Telefon 06762/4489. Dr. Dirk-M. Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, Telefon 0721/685289. Infos im Internet unter: www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

 

7.7.2018: Kirchlicher Aktionstag mit Gottesdienst


Wir, Christinnen und Christen aus mehreren Landeskirchen und aus der Deutschen Sektion pax christi laden ein, nach Büchel (bei Cochem/Mosel) zu kommen. Dort lagern US-amerikanische Atombomben. Diese sollen modernisiert werden. Das macht ihren Einsatz – sie  werden dann von deutschen Flugzeugen zum Ziel geflogen – wahrscheinlicher. Es droht ein millionenfacher Tod. Erinnert sei an Hiroshima und Nagasaki.

Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen abzulehnen. Wir laden alle Menschen ein, die für den Abzug und das Verbot der Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik  zu fordern.

Nicht zuletzt aufgrund der jahrelangen Bemühungen der Internationalen Kampagne für ein Verbot von Atomwaffen (ICAN) haben am 7. Juli 2017 im UN-Hauptquartier 122 Staaten für den Verbotsvertrag aller Atomwaffen gestimmt. Dafür erhielt ICAN den Friedensnobelpreis 2017. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Atomwaffen. Ebenso fordern ganz aktuell Papst Franziskus und die Evangelische Kirche im Rheinland wie auch andere Landeskirchen deren Abzug und weltweite Ächtung.

Bereits 2010 haben der Deutsche Bundestag und der rheinland-pfälzische Landtag die Bundes-regierung aufgefordert, den Abzug der Atomwaffen aus Büchel zu veranlassen. Doch diese weigert sich bislang, entsprechend tätig zu werden.

Deshalb fordern wir, dass die Bundesregierung
1.    den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet,
2.    die „nukleare Teilhabe“ innerhalb der NATO beendet,
3.    für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und Europa eintritt,
4.    ihre Außen- und Sicherheitspolitik zivil orientiert.
 
Der Ökumenische Rat der Kirchen hat 2013 zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens aufgerufen. Wir sehen unseren Aktionstag 7.07.2018 zum ersten Jahrestag des Beschlusses der 122 UN-Mitglieder als einen Schritt auf diesem Weg. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Mitglieder kirchlicher Gemeinden und Gleichgesinnte von außerhalb der Kirchen daran teilnehmen und somit ein deutliches Zeichen für eine friedlichere Zukunft setzen.

Programm
11.00 Uhr    Anreise, Musikprogramm

11.58 Uhr    Ökumenischer Gottesdienst mit Schriftführer Pastor Renke Brahms, Bremen, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

13.00 Uhr    Mittagspause

13.45 Uhr    Kulturprogramm mit Musik und Kurzansprachen (u.a. Vertreterin von ICAN, nähere Angaben nach Ostern auf unserer Website)

15.15 Uhr    Gemeinsame Symbolhandlung

16.00 Uhr    Heimreise

Wir bitten schon jetzt darum, für diesen Pilgerweg zum Aktionstag zu werben und diesen Tag in die Jahresplanung der Gemeinden oder Organisationen einzubeziehen.

Busanfahrten werden von regionalen oder lokalen Kontaktpersonen organisiert.
Weitere Informationen zu Anreise und Programm:
www.KirchengegenAtomwaffen.wordpress.com

  • Anmeldung schnellstmöglich (wegen der Reservierung eines Omnibuses von Karlsruhe) bei Dirk Harmsen, Karlsruhe, Tel. 0721-685289, E-Mail: dmharm@web.de
  • Abfahrt 7.30 Uhr vom Busbahnhof (Südl. Ausgang des Hauptbahnhofs), Rückkehr ca. 19.30 Uhr
  • Kosten 25 €; Jugendliche, die zur Schule gehen, fahren kostenfrei


Die Projektgruppe des Aktionstages 7.7.2018 besteht aus Christinnen und Christen der Deutschen Sektion pax christi sowie aus den Evangelischen Kirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, im Rheinland und in Württemberg.


Download
20180325_Aufruf.pdf
Adobe Acrobat Dokument 592.0 KB


Rückblick 17.06.2017: "Forum Friedensethik Baden" und "Freiburger Friedensforum" blockierten den Atomwaffen-Stützpunkt.

Weitere Fotos vom 17.06.2017: hier klicken!


Rückblick 2016: "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens"  zum Lagerort amerikanischer Kernwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel am 15. Juli 2016

In ökumenischer Partnerschaft mit dem Weltkirchenrat unterstützt die Evangelische Landeskirche in Baden die weltweite ökumenische Bewegung gegen Atomwaffen im Rahmen der sog. Humanitären Initiative. Die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen-Explosionen sind unkalkulierbar und können das Leben auf der Welt äußerst schwer beschädigen.
Insgesamt 139 Staaten der Welt (83%) haben am 7. Dezember 2015 auf der UN-Vollversammlung der Resolution 70/48 auf der Grundlage des sog. Humanitarian Pledge zugestimmt und damit deutlich gemacht, dass sie für multilaterale Gespräche sind, die dazu führen sollen, den Weg für Verhandlungen zum Verbot von Atomwaffen zu ebnen. Details werden gegenwärtig in Genf im Rahmen der "UN-Open-Ended Working Group on Nuclear Disarmament" verhandelt mit dem Ziel, bis zur UN-Vollversammlung im Herbst 2016 den Entwurf eines entsprechenden Vertragswerkes vorzulegen. Die endgültigen Verhandlungen über den Atomwaffenverbotsvertrag sollen dann ab 2017 im guten Glauben (in einem good-faith-Verhandlungsansatz) fortgeführt und zum Abschluss gebracht werden.
In Deutschland lagern - trotz eines Bundestagsbeschlusses von 2010 - auf dem Fliegerhorst der Luftwaffe in Büchel/Eifel noch immer amerikanische Atombomben, jede mit einer höheren Zerstörungskraft als die Hiroshima-Bombe. Diese Waffen sollen durch zielgenauere und in ihrer Sprengkraft variierbare Atomsprengköpfe ersetzt werden.
Das Forum Friedensethik (FFE) in der Evangelischen Landeskirche in Baden bietet die Mitfahrt zu einem ökumenischen Pilgerweg nach Büchel an. Es ist beabsichtigt, neben einer Demonstration vor dem Haupteingang des Fliegerhorstes auch ein Podiumsgespräch mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus der Region sowie mit dem Kommandeur des Fliegerhorstes durchzuführen.
Abfahrt 8.00 Uhr, Busbahnhof  Karlsruhe – südliche Seite des Hauptbahnhofs. Rückkunft voraussichtlich gegen 20 Uhr.
Kosten für die Fahrt ab Karlsruhe und zurück betragen ca. 20 €.
Verpflegung bitte selbst mitbringen.
Anmeldungen bitte baldmöglichst , spätestens bis zum 30.06.16 wegen der Busbestellung an Herrn Dr. Dirk Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, E-Mail: dmharm@web.de, Tel. 0721-68 52 89

Download
Einladung an Oberst Holger Radmann, Commodore des Fliegerhorst, zu einem Gespräch zur Abschaffung von Kernwaffen, 15. Juli 2016, 16.00 Uhr, Evang. Kirchengemeinde 56751 Polch
brf oberst holger radmann büchel 13-05-
Adobe Acrobat Dokument 75.7 KB

  • 1969  unterzeichnet die BRD den Atomwaffensperrvertrag. Damit sind die in Büchel bereitgehaltenen Massenvernichtungswaffen nach internationalem Recht illegal!
  • 2010  beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend den vollständigen Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland!
  • 2015 – 70 Jahre nach dem Abwurf von Atombomben auf Hiroshima/ Nagasaki – fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine vollständige nukleare Abrüstung  [epd 03.08.2015]: „ KEINE  ATOMWAFFEN  SIND DAS ZIEL “
  • 2015   Bundesregierung missachtet Wählerwillen und Parlament: [DER SPIEGEL 50/2015 vom 05.12.2015]
  • „Die Sicherheitsanlagen rund um den Atomwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Büchel werden weiter ausgebaut. Dafür stellt die Nato für das kommende Jahr 13,4 Millionen zur Verfügung. ... “
  • Jede einzelne der 20 Atombomben in Büchel  ist 20-mal so stark wie die Hiroshima-Bombe. Modernisieren? Mit 10 Milliarden Euro?  Gegen wen?

Herbert Römpp, Hilpoltstein, Mitglied im Initiativkreis Frieden und Forum Friedensethik der Evangelischen Landeskirche in Baden


Vorbemerkung: Die Ursache für den zweiten Weltkrieg lag zweifelsfrei bei Nazi-Deutschland. Die strategischen Bombardements der Alliierten waren die Reaktion darauf. Aber waren sie verantwortbar? Waren sie alternativlos?

LIED: Little Boy & Fat Man

 

Die Tropfen des Himmels, die tränken das Leben

und seine Sonne, sie strahlt und erfreut.

Wir schauen nach oben und hoffen ergeben

auf Regen und Wärme zu seiner Zeit.

 

Ja, alles Gute komme von oben,

wo man das Göttliche lokalisiert,

himmelwärts Blicke und Hände erhoben,

bis dann das unglaublich Schlimme passiert:

 

Sechster August im Jahr Fünfundvierzig,

vom Himmel herab fiel Verderben und Tod,

doch nicht als Schicksal, nur tumb und blindwütig,

– nein, Menschen, die spielten den allmächt‘gen Gott.

 

Von Otto Hahn erdacht, von Albert Einstein empfohlen,

von Robert Oppenheimer ins Werk gesetzt,

auf Harry Trumans Befehl von Paul Tibbets geflogen,

zuvor noch mit kirchlichem Segen benetzt.

 

Little Boy, Little Boy,

eine Teufelsbrut aus den USA,

Uran explodiert,

vernichtet die Leut‘ von Hiroshima,

Fat Man, Fat Man,

fett von dem gift‘gen Plutonium,

diese Wucht, diese Wucht

bringt die Menschen von Nagasaki um.

 

Ja, schon die Probe in New Mexikos Wüste

im Namen des Vaters, des Sohnes und Geistes,

macht‘ kenntlich den Frevel satanischer Lüste.

Es sei nötig zur Schaffung des Friedens, so heißt es.

 

Dann kam aus dem Himmel die Hölle auf Erden,

ein bis heut‘ ungesühnter Massenmord.

Es sollt‘ statuiert ein Exempel werden,

für Amerikas Feinde, an jedem Ort.

 

Little Boy, Little Boy, …

Menschen verdampft, verbrannt und verkohlt,

und der Hibakusha meist qualvolles Ende.

Damit sich ihr Leid niemals wiederholt,

deshalb, kämpft mit für die Friedenswende!

 

Fragt Eure Politiker, bevor Ihr sie wählt,

ob sie bereit sind zum Bann dieser Waffen

und ob sie geloben, alles zu tun,

diese aus Deutschland fortzuschaffen.

 

Verzichtet auf Waffen zur Sich‘rung Friedens:

Verschrottet die Panzer, Raketen und Drohnen,

entsorgt die Bomben, Granaten und Minen,

schmelzt ein die Kriegsschiffe und die Kanonen!

 

Little Boy, Little Boy, …

 

Little Boy von Maria, wurde nie ein „Fat Man“,

er hat selbst im Feind noch den Bruder geseh’n.

Wer Andere achtet, wie er es selbst will,

der ist auf dem Weg zum Friedensziel.

 

Verzichtet auf Waffen zur Sich‘rung Friedens:…

Text und Melodie: ­­­­Theodor Ziegler, 2.8.2015